SuSE Linux, auch S.u.S.E. Linux, war eine Linux-Distribution der SuSE Linux GmbH (Gesellschaft für Software- und Systementwicklung mbH), heute SUSE S.A., die für den deutschsprachigen Markt konzipiert war. Sie wurde mit der Übernahme durch Novell 2006 durch das Projekt openSUSE abgelöst.
Editionen
Für Endbenutzer wurden in den Versionen 7.0 bis einschließlich 9.1 drei Produktlinien angeboten:[1]
- Personal: kostengünstig mit eingeschränktem Programmumfang
- Professional: mit zusätzlicher Server- und Entwicklungs-Software
- Campus: kostengünstigere Professional-Version ohne Handbuch
Geschichte
Die erste Versionsnummer 4.2 bezieht sich auf die Zahl 42 aus dem Roman Per Anhalter durch die Galaxis.[1] Kennzeichnend für die Distribution war das Installations- und Konfigurationsprogramm YaST, das sowohl über eine grafische als auch eine textbasierte Oberfläche verfügt.[2]
Mit der Version 5.0 im Juni 1997 wurde die Unterstützung von ISDN-Karten verbessert und das Paketformat auf RPM umgestellt.[3] S.u.S.E. Linux wurde neben der Intel-80386-Plattform ab der Version 6.1 auch auf die DEC-Alpha-AXP-Plattform portiert.[4] Ab Version 6.3 auch auf die PowerPC-Plattform.[5] Zudem wurden nun PCI-Komponenten korrekt erkannt.[6]
In Version 7.1 wurde YaST 2 verbessert. Unter anderem ließen sich Windows-Partitionen für Dual-Boot-Installationen verkleinern.[7] Die Distribution wurde auf sieben CD-ROMs ausgeliefert.[8]
Mit Version 8 lieferte man KDE 3 aus.[9] Mit Version 8 gelang es dem Xbox-Linux-Team eine grafische Oberfläche auf der Spielekonsole darzustellen.[10] Ab Version 8.1 lieferte man als erste Linux-Distribution Unterstützung für ACPI aus.[11] Auch die Einbindung von WLAN-Karten, USB 2.0 und FireWire wurde automatisiert. Über passive ISDN-Karten ließ sich mittels CAPI ein Fax verschicken.[12] Version 8.2 lieferte ein HBCI-fähiges GnuCash und Moneyplex aus. Zudem war es bereits während der Installation mit YaST möglich Sicherheitsupdates einzuspielen.[13]
Für SUSE 9.1 wurden erstmals umfassende ISO-Abbilder der Distribution zum Download angeboten[14] und die AMD-Athlon-64-Architektur unterstützt.[15] Erstmals wurde auch die Konformitität zur Linux Standard Base bescheinigt.[16]
Mit SUSE Linux 10 wurde parallel zur Verkaufspackung ohne das Suffix Professional eine freie Version SUSE Linux OSS veröffentlicht.[17] Unter Federführung von Novell wurde die Anzahl der Medien und Handbücher reduziert.[18] Version 10.1 entfernte proprietäre Kerneltreiber etwa für AVM-DSL oder ISDN-Karten. Das von Novell entwickelte AppArmor wurde stärker integriert.[19] Für die Paketverwaltung wurde weiterhin YaST 2 verwendet, aber dessen Unterbau gegen libzypp getauscht.[20] Ab Version 10.2 wurde das Projekt in openSUSE umbenannt und als Gemeinschaftsprojekt weitergeführt.[21] Im November 2007 endete die Unterstützung für SUSE Linux. Der SUSE Linux Enterprise Server hingegen wurde weitergepflegt.[22]
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S.u.S.E. Linux 5.1 mit FVWM
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SuSE Linux 6.1 mit KMahjongg aus KDE 1.1
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SuSE Linux 7 mit KDE 2
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SuSE Linux 8 mit KDE 3
Versionen
Weblinks
- Linkkatalog zum Thema SuSE Linux bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Einzelnachweise
- ↑ a b Markus Feilner: 1994 entstand die erste Version von Suse Linux – ein Rückblick. In: Linux-Magazin. Abgerufen am 8. Februar 2026.
- ↑ Nico Lumma: Yast auf der Kommandozeile. In: LinuxUser 06/2004. 12. Januar 2026, abgerufen am 8. Februar 2026.
- ↑ Version 5.0 von Suse Linux. In: Computerwoche. 9. Mai 1997, abgerufen am 2. Februar 2026.
- ↑ Christian Klaß: SuSE Linux 6.1 für Alpha-Prozessoren. In: golem.de. 12. Juli 1999, abgerufen am 2. Februar 2026.
- ↑ André von Raison: Suse Linux für PowerPC. In: heise online. 5. Januar 2000, abgerufen am 2. Februar 2026.
- ↑ Installation mit Yast 2 vereinfacht: Linux 6.3 von Suse erkennt nun PCI-Komponenten. In: Computerwoche. 19. November 1999, abgerufen am 8. Februar 2026.
- ↑ Mirko Dölle: SuSE Linux 7.1 Professional Edition. In: Linux-Magazin. Abgerufen am 8. Februar 2026.
- ↑ Mirko Lindner: SuSE Linux 7.1. In: Pro-Linux. 19. Februar 2001, abgerufen am 8. Februar 2026.
- ↑ Mirko Dölle: SuSE Linux 8.0 Personal im Test. In: LinuxUser 06/2002. 1. November 2005, abgerufen am 8. Februar 2026.
- ↑ Hartmut Gieselmann: SuSE-Linux für Xbox. In: heise online. 3. September 2002, abgerufen am 1. Mai 2026.
- ↑ a b Oliver Diedrich: SuSE Linux 8.1 bringt ACPI-Support und potenziellen ACPI-Ärger. In: heise online. 27. September 2002, abgerufen am 1. Mai 2026.
- ↑ Oliver Diedrich: SuSE Linux 8.1 kommt Ende September. In: heise online. 18. September 2002, abgerufen am 1. Mai 2026.
- ↑ Oliver Diedrich: SuSE Linux 8.2 kommt Anfang April. In: heise online. 11. März 2003, abgerufen am 1. Mai 2026.
- ↑ Jens Ihlenfeld: ISO-Image von Suse Linux 9.1 kostenlos zum Download. In: golem.de. 21. Juni 2004, abgerufen am 2. Februar 2026.
- ↑ Oliver Diedrich: Suse 9.1 zum Internet-Download. In: heise online. 4. Juni 2004, abgerufen am 2. Februar 2026.
- ↑ Rene van Bevern: SUSE Linux 9.1 erhält LSB-Zertifikat. In: Pro-Linux. 9. April 2004, abgerufen am 3. Februar 2026.
- ↑ Marcel Hilzinger: Verbesserungen und Neuheiten im kommenden Suse Linux 10.0. In: LinuxUser 10/2005. 13. Juni 2025, abgerufen am 5. Juli 2026.
- ↑ Mirko Lindner: SUSE Linux 10. In: Pro-Linux. Abgerufen am 5. Juli 2026.
- ↑ Oliver Diedrich: Suse Linux 10.1: erster Test. In: c't Magazin. 11. Mai 2006, abgerufen am 5. Juli 2026.
- ↑ Marcel Hilzinger: Suse Linux 10.1: Testfeld oder ausgereiftes Produkt? In: LinuxCommunity. 18. März 2006, abgerufen am 5. Juli 2026.
- ↑ Alexandra Kleijn: Suse Linux wird Opensuse. In: heise online. 13. Juli 2006, abgerufen am 5. Juli 2026.
- ↑ Kristian Kißling: Suse Linux 10.0 demnächst unsicher. In: LinuxCommunity. 20. September 2007, abgerufen am 5. Juli 2026.
- ↑ Oliver Diedrich: SuSE Linux 7.1 mit Kernel 2.4. In: heise online. 26. Januar 2001, abgerufen am 8. Februar 2026.
- ↑ Dokumentation von AutoYaST. users.suse.com, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 30. April 2010; abgerufen am 19. Oktober 2010 (englisch).
- ↑ a b Peter Zschunke: Suse 10: Linux leicht gemacht. In: Spiegel Online. 3. November 2005, abgerufen am 5. Juli 2026.
- ↑ Andreas Jaeger: SUSE Linux 10.1 „Remastered“ available. opensuse.org, 13. Oktober 2006, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 31. März 2017; abgerufen am 7. Januar 2014 (englisch).